Jeden Tag ein kleiner Schritt – 10 Tipps für einen nachhaltigeren Alltag

Nachhaltig zu leben ist in der Hektik des Alltags gar nicht so einfach, oder? Martin hat sich dennoch der Challenge gestellt, seine täglichen Routinen hinterfragt und viele kleine Schritte gemacht. In diesem Beitrag stellt er dir 10 Tipps für einen nachhaltigeren Lebensstil vor, die du einfach nachmachen kannst.
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Radfahren und ein nachhaltiger Lebensstil, das passt für mich perfekt zusammen. Darum habe ich mein Auto verkauft und erledige alles mit dem Rad. Doch nicht nur mit unserer Fortbewegung können wir beeinflussen, wie viele Spuren wir hinterlassen. Mein tägliches Verhalten und insbesondere mein Konsum entscheidet darüber, wie stark wir auf Kosten anderer und nicht zuletzt auf Kosten unserer eigenen Zukunft leben. Darum versuche ich selber, meinen Alltag Stück für Stück etwas nachhaltiger zu gestalten. Ohne utopische Ziele, sondern mit ganz einfachen Mitteln, die jeder, der es nur will, nachmachen kann. Die wichtigste Erkenntnis meines Selbstversuchs: Das alles hat nichts mit Selbstaufgabe oder Bestrafung zu tun, sondern macht total viel Spaß! Darum habe dir hier zehn Tipps für einen nachhaltigeren Alltag zusammengestellt, die du einfach nachmachen kannst. Ich würde mich total freuen, wenn du den ein oder anderen Tipp selbst ausprobierst, oder – wenn du das alles schon kennst – diese Geschichte einfach an Freunde oder Bekannte weiterreichst.

  • Nachhaltig leben Tipp 1: Lose Ware lose lassen

    Der erste Tipp für einen nachhaltigen Lebensstil ist total einfach umzusetzen. Nachhaltig einkaufen for Beginners: In Supermärkten oder auch in Bäckereien gibt es viele lose Waren, die gar keine Verpackung haben, die auch keine benötigen und die wir trotzdem fleißig in kleine Plastiktütchen oder Papierbeutel füllen. Obst, Gemüse, Brot aber auch Käse und Wurst braucht man entweder gar nicht extra zu verpacken, oder kann sie einfach zum Beispiel in Beuteln aus Baumwolle oder in Aufbewahrungsdosen verstauen. 
    Meine Erfahrung: Was früher oft für erstaunte Blicke und Diskussionsbedarf sorgte, ist mittlerweile total normal und problemlos möglich. Pack einfach deine wiederverwendbaren Dosen und Beutel mit ein und lass die Einwegverpackung des Supermarktes links liegen.Einwegverpackungen meiden

  • Nachhaltig leben Tipp 2: Mehrweg statt Einweg

    Es steckt schon im Namen: Einweg-Getränkeflaschen werden aufwendig produziert, nur um sie ein einziges Mal zu benutzen. Warum macht man das? Nun – vermutlich, weil es billiger und bequemer (weil leichter) ist. Dadurch entstehen aber Unmengen von Plastikmüll und es wird viel Energie für die Produktion benötigt (was unter anderem viel CO2 bedeutet). Beides lässt sich einfach vermeiden: Die Mehrweg-Alternativen stehen in manchem Supermarkt direkt nebenan. Etwas unbequemer ist die Fahrt zum Getränkemarkt. Wenn du gut planst und auf Vorrat kaufst, kannst du die Zeit aber locker herausholen und vielleicht sogar Geld sparen. Am besten kaufst du übrigens Getränke aus der Region, denn der Transport ist für einen großen Teil der CO2-Bilanz von Getränken verantwortlich. Am nachhaltigsten ist aber immer noch das Wasser aus der Leitung.Getränke aus der Mehrwegflasche

  • Nachhaltig leben Tipp 3: Mit Köpfchen Kaufen

    Manchmal ist es beinahe schon absurd, was man so im Supermarkt finden kann. Brotaufstrich in Miniaturverpackungen zum Apothekerpreis, einzeln in Plastik verpackte Kekse, Kaffeepads und so weiter. Die sinnvolleren Alternativen stehen meist direkt daneben. So kannst du dich zum Beispiel für Spülmaschinenpulver entscheiden und nicht für die einzeln in Plastik verpackten Tabs. Ich habe Kekse gefunden, die absolut identisch sind, aber in zwei Versionen angeboten werden: In einer Version, bei der jeweils vier Kekse zusätzlich zum Karton nochmal extra in Plastik eingeschweißt sind – direkt daneben liegt die Packung, in der alle Kekse in nur einer Folie verpackt sind. Das ist immer noch Müll – aber eben weniger. Du siehst: Selbst im normalen Supermarkt lässt sich eine Menge Müll vermeiden und ein nachhaltiger Lebensstil pflegen, wenn man ein bisschen mitdenkt. 

  • Nachhaltig leben Tipp 4: Einfach mal selbermachen

    Hierfür gibt es viele Ausreden. Keine Zeit zum Beispiel oder keine Ahnung. Dabei ist selbermachen oft total einfach, günstig und es dauert auch nicht unbedingt lange. Ein Pizzateig zum Beispiel ist eine Sache weniger Minuten, für Nudelteig gilt dasselbe. Etwas Mehl, Eier, Salz und Olivenöl vermischen – das bekommt wohl jeder hin. Du meinst immer noch, du kannst das nicht? Im Internet gibt es ohne Ende schnelle und einfache Rezepte. Versuch es doch mal! Du wirst es nicht bereuen, denn selbstgemachtes Essen schmeckt nicht nur gut – du weisst auch genau, was Gutes drin steckt (und vor allem auch, was NICHT drin steckt). Die Zubereitung kann sogar Spaß machen und auf das Ergebnis darfst du einfach mal richtig stolz sein. Guten Appetit!

  • Nachhaltig leben Tipp 5: Weniger ist mehr

    Ja: Gutes kostet mehr! Aber: Geiz ist eben nicht immer geil, sondern geht auf Kosten von anderen, beziehungsweise letztendlich von uns allen. Fair und nachhaltig produzierte Lebensmittel kosten eben etwas mehr. Immerhin geht es hier aber auch um unsere Lebensgrundlage. Du hast die Wahl, was du in dich hineinstopfst und ob dafür Tiere oder Menschen ausgenutzt werden und die Umwelt nachhaltig zerstört wird – oder eben nicht. Ich habe mal einen Probeeinkauf im Supermarkt um die Ecke gemacht: Der Bio-Einkauf links hat 8 Euro 21 gekostet. Rechts siehst du, welche Menge Lebensmittel man aus der normalen Produktpalette für annähernd denselben Betrag bekommt. Der Unterschied ist markant. Aber du kannst das ausgleichen. Zum Beispiel, indem du einfach mal weniger konsumierst: weniger Süßigkeiten, weniger Alkohol, weniger Genussmittel im Allgemeinen, eine Flugreise weniger, kein/weniger Autofahren. Überlege dir, für wie viele sinnlose Dinge du im Alltag Geld ausgibst. Lässt sich nicht auf den ein oder anderen Luxus  verzichten, um dafür sich selbst und allen Lebewesen langfristig etwas Gutes zu tun und nachhaltiger zu leben? Das Stück faire Bio-Schokolade kannst du dir trotzdem gönnen – aber eben nur ab und zu. Dann schmeckt sie noch viel besser! Und ja: Ich weiss, dass es Menschen gibt, die sehr aufs Geld achten müssen. Die meisten von uns können sich aber durchaus ein anderes Konsumverhalten leisten.

  • Nachhaltig leben Tipp 6: Gut geplant ist halb gekauft

    Zugegeben: Mit so vielen Gedanken zum nachhaltigen Einkaufen kann man viel Zeit verbringen. Wenn man dann noch vom Bauernhof zum Bio- und zum Unverpacktladen pendelt, geht sicherlich mehr Zeit für den Einkauf drauf, als wenn man zum Discounter um die Ecke fährt. Mit etwas Planung kannst du aber den Spieß umdrehen. Versuch doch mal einen wöchentlichen Großeinkauf und mache ihn zum Event. Eine schöne Tour mit dem (Lasten-)rad macht total viel Spaß, du hast ein Sportprogramm oder den Familienausflug gleich mit erledigt und der Einkauf wird zur Nebensache. Planung hat einen weiteren positiven Nebeneffekt: Wenn du dir vorab überlegst, was du die Woche über essen möchtest, kannst du ihr zielgerichtet einkaufen und wirst weniger wegschmeißen. Planung kann aber auch bedeuten, dass du dir morgens die Schnitte Brot als Mittagssnack schmierst und anstelle des Coffee-to-go zwischendurch lieber den heißen Kaffee aus der eigenen Thermoskanne genießt.

  • Tipp 7: Verpackungsfrei einkaufen

    Die hohe Kunst des Müllvermeidens! Das geht besonders einfach, wenn du in der Nähe einen Unverpacktladen hast. Ich fahre zum Beispiel gern in die Füllbar nach Witten. Immer mehr solcher Läden öffnen und es macht wirklich Spaß, dort einzukaufen! Auch hier ist der Einkauf in der Regel teurer, dafür wird aber in den meisten Läden auch auf fair produzierte Bioware Wert gelegt. Oftmals kannst du aber auch sparen, zum Beispiel, wenn du für ein spezielles Essen nur ganz kleine Mengen einer bestimmten Zutat benötigst, von der du im Supermarkt eine große Packung kaufen müsstest. Hier gilt: Einfach mal ausprobieren und herausfinden, was für dich persönlich gut passt. „Unverpackt“ geht übrigens auch ohne trendy Laden. Schau dich doch mal um, was es bei dir in der Region für Produzenten gibt. Einige Mühlen verkaufen zum Beispiel direkt, dort kannst du dir Mehl in großen Gebinden kaufen – beinahe wie unverpackt. Aber auch beim Bauern um die Ecke gibt es oftmals viele Produkte ohne aufwendige Verpackung. Ich kaufe zum Beispiel gern beim Hof Sackern in Albringhausen oder bei der Kornkammer in Gedern ein.

  • Tipp 8: Regional Einkaufen

    Bei einigen Produkten habe ich mich gefragt: Wie soll man die in Bioqualität und ohne Verpackungswahnsinn einkaufen? Fisch zum Beispiel, viel Gemüse oder auch Kräuter, die selbst im Bioladen oft aufwendig im Topf und in Folie eingewickelt über die Ladentheke gehen. Die Antwort ist oft ganz einfach: Regional einkaufen und zwar direkt beim Produzenten. Vielerorts bieten (Bio-)bauern ihre Ware direkt ab Hof an, frisch und unverpackt. Ich habe in der Nähe gleich mehrere Fischzuchten gefunden, die ihren Fisch frisch gefangen im Laden nebenan verkaufen. Und auf dem guten, alten Wochenmarkt kommen die Bauern fast direkt vor deine Haustüre. Es ist vielleicht etwas ungewohnt oder oldschool, aber es funktioniert! Verbinde den Einkauf mit einer Radtour, dann macht er gleich doppelt Spaß.

  • Tipp 9: Saisonal Einkaufen

    Neben dem Verpackungswahnsinn ist der Transport ein großes Problem in der Ökobilanz vieler Lebensmittel. So kann zum Beispiel ein Mineralwasser in Pfand-Glasflaschen ganz schnell zur CO2-Schleuder werden, wenn es aus irgendeinem Gebirge in Frankreich gezapft und einmal längs durch Europa gekarrt wird, bevor es im Supermarkt um die Ecke landet. Es macht also, wie schon in Tipp 8 gesagt, Sinn, regional einzukaufen. Damit geht fast automatisch der saisonale Einkauf einher. Frische Erdbeeren mitten im Winter? Da ist wohl jedem sofort klar, dass diese Erdbeeren nicht auf dem Feld um die Ecke gewachsen sind. Wenn du weisst, welche Obst- und Gemüsesorten wann reif sind, ist es viel einfacher, regionale Ware zu finden. Auch für den Einkauf beim Bauern ist es eine Hilfe, wenn du weisst, was wann im Laden zu erwarten ist. Eine schöne Hilfe für die Einkaufsplanung habe ich hier gefunden: www.regional-saisonal.de/saisonkalender.

  • Tipp 10: Selber anbauen

    Mein letzter Tipp für einen nachhaltigen Lebensstil ist zwar mit etwas Mühe und Aufwand verbunden und sicher nicht für alle machbar, es macht aber auch einfach total viel Spaß: Obst und Gemüse selber anbauen! Dazu brauchst du noch nicht mal unbedingt einen eigenen Garten. Kleine Kübel passen auf jeden Balkon und reichen völlig aus, um zum Beispiel Tomaten, Kohlrabi, Paprika oder auch rote Beete anzubauen. Wenn du selber so viel Mühe in deine kleinen Pflänzchen gesteckt hast, weisst du es umso mehr zu schätzen, deren Früchte später zu essen. Und die schmecken garantiert einfach nur bombastisch! Wenn du selber keinen Garten hast oder dich nicht so recht an die Sache herantraust, haben wir gleich mehrere Projekte für dich im Angebot. In unserem offenen Garten, auf der Pflanzentauschbörse oder beim Projekt Streuobstwiese kannst du einfach mal ins Thema Gärtnern hineinschnuppern.

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