Gegen die Verschwendung: Teilen und dabei gewinnen

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In den vergangenen Wochen konnten wir an vielen Wegrändern und hinter Häusern prachtvoll blühende Obstbäume bestaunen und dem Summen der Insekten lauschen, die sich in dem Blütenmeer tummelten. Doch in einem dieser alten Wetteraner Obstgärten blieb es in diesem Jahr stumm: Von dem Apfelbaum, der dort viele Jahre stand, ist nur ein Stumpf übrig geblieben.

Auf die Frage, warum sie den Baum habe fällen lassen, antwortet die Grundstückseigentümerin, sie habe die Verschwendung nicht mehr ertragen. „Wir schaffen es nicht mehr und die Äpfel verfaulen in der Wiese“, erklärt sie traurig.

Jahrelang hatten sie und ihr Mann den Baum liebevoll gepflegt, gewässert, Äste gestutzt und die vielen Früchte zu Kuchen, Saft, Kompott und Apfelmus verarbeitet. Auch die Kinder aus der Nachbarschaft durften sich ein paar Äpfel pflücken.

Doch je älter das Paar wurde, umso schwerer fiel es ihnen, sich nach den knackigen Äpfeln zu strecken und das Fallobst in gebückter Haltung aufzulesen. Die Nachbarskinder waren längst erwachsen geworden und weggezogen und der Baum machte mehr Mühe als Freude. Deshalb musste er weg – wenn auch schweren Herzens.

Gerade in Wengern und Esborn gibt es viele solcher Grundstücke. Viele Menschen haben sogar einen ganzen Obsthof hinter dem Haus. Viele von ihnen sind mit der Pflege und der Ernte überfordert. Viele sind traurig, wenn der Großteil der Äpfel, Birnen, Pflaumen und anderer Früchte liegen bleibt oder auf dem Kompost endet. Was für eine Verschwendung!

Dabei gibt es eine Lösung: Das beste Mittel gegen Verschwendung ist teilen. Denn was bei dem einen über ist, dafür hat die andere Verwendung. Davon haben am Ende meistens sogar alle mehr und es entspricht auch dem aktuellen Streben nach mehr Nachhaltigkeit und einem bewussten Umgang mit Ressourcen.

Wem es so geht wie der alten Dame mit dem Apfelbaum, der ist herzlich eingeladen, sich bei uns melden und Teil des Projekts Erntefreunde werden. Dabei vermitteln wir Kontakte zwischen Menschen, die Obst oder auch Gemüse in ihren Gärten übrig haben und denjenigen, die keinen eigenen Garten, aber tolle Rezepte und reichlich Appetit haben.

Radelt man von der alten Dame aus ein paar Häuser weiter, klappt das übrigens schon ganz wunderbar. Dort sammelt im Herbst eine junge Frau die überzähligen Nüsse aus einem der Gärten auf – und bedankt sich meistens, indem sie einige Zeit später etwas Nussgebäck vorbeibringt.

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